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2025: Der Kurs ist gesetzt – 2026 nehmen wir Fahrt auf

Ein Statement zur Zukunft von Vertrauen, Zustellbarkeit und Selbstregulierung im kommerziellen Emailing

Rückblick 2025: Gemeinsam Kurs setzen

Wenn ich auf das Jahr 2025 zurückblicke, dann tue ich das mit Stolz und Zufriedenheit – aber auch mit einem klaren Blick auf die Herausforderungen, die vor uns liegen. Für die Certified Senders Alliance war 2025 ein ereignisreiches und richtungsweisendes Jahr.

Ein zentraler Fokus unserer Arbeit lag darauf, den Mehrwert unserer bestehenden IP-Zertifizierung spürbar zu erhöhen. Das ist uns gelungen, indem wir neue Partner gewinnen und damit zusätzliche, relevante Datenquellen erschließen konnten. Die Daten stellen wir zertifizierten Versendern über ein intelligentes und ansprechend gestaltetes Tool zur Verfügung. Probleme in der Zustellbarkeit werden damit unmittelbar sichtbar und können nicht nur behoben, sondern künftig auch vermieden werden. Diese Daten sind für uns, für zertifizierte Versender und somit für das E-Mail-Ökosystem hochrelevant. Es handelt sich um reale Daten abseits von Seedlisten, die im Rahmen eines Selbstregulierungssystems bereitgestellt werden können und nicht manipuliert worden sind – mit anderen Worten einen hohen Wert haben.

Besonders wichtig war mir persönlich im letzten Jahr der kontinuierliche und persönliche Austausch mit Mailboxprovidern, Email Service Providern und Brands. Auf Konferenzen, Messen und in zahlreichen Gesprächen haben wir sichergestellt, dass die CSA stets nah an der Praxis bleibt und Entwicklungen frühzeitig einordnen kann. Als besonders wertvoll habe ich 2025 die Zusammenarbeit in den relevanten Gremien und Verbänden empfunden,insbesondere mit dem Deutschen Dialogmarketing Verband (DDV) sowie die Vernetzung im eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. Die Kommunikation war durchweg vertrauensvoll, partnerschaftlich und professionell. Als Ergebnis konnten wir regulatorische Grundlagen für die weitere Entwicklung der CSA effektiv mitgestalten.
Ja, die Komplexität dieser Regulatorik war zeitweise herausfordernd. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass unsere konkret formulierten, abgestimmten und praxisnahen Standards dem gesamten E-Mail-Ökosystem langfristig zugutekommen werden.

2025 hat sehr deutlich gezeigt, dass E-Mail-Sicherheit kein Randthema im nationalen Kontext mehr ist. Dies wurde unter anderem durch das konsequente Enforcement der Sender Requirements von Google, Yahoo, Microsoft und weiteren Mailboxprovidern sichtbar. Parallel dazu haben nationale Initiativen – etwa das E-Mail-Sicherheitsjahr des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik in Deutschland – die gleiche Stoßrichtung verfolgt:
Der E-Mail-Kanal soll aktiv geschützt werden.

Was E-Mail aus meiner Sicht besonders schützenswert macht, ist ihr Charakter als dezentrales System auf Basis offener Standards. Nutzer:innen bleiben unabhängig von einzelnen Anbietern und behalten die Kontrolle – bis hin zum Betrieb eigener Infrastrukturen. In einer Zeit, in der Sicherheit, Datenschutz und digitale Autonomie immer wichtiger werden, bleibt E-Mail ein zentraler Pfeiler globaler Kommunikation.

Ich gehe fest davon aus, dass die nationale und internationale Regulierung diesen Weg weitergehen wird. Für Versender bedeutet das: Die Anforderungen steigen und sie werden verbindlicher. Nun könnte man sich als E-Mail-Versender denken, dass man einfach auf einen anderen Kanal wechselt, aber jeder mit entsprechenden Berührungspunkten weiß, dass dort plattformspezifische Herausforderungen und hohe Kosten warten.

Die E-Mail ist nach wie vor hocheffektiv im Rahmen kommerzieller Kommunikation. Sie hat unzählige Trends überlebt und ihre Relevanz immer wieder bewiesen – und wird dies auch weiterhin tun.

Ausblick 2026: Gemeinsam Fahrt aufnehmen

Die CSA setzt mit ihrer Selbstregulierung genau dort an, wo gesetzliche Regelungen fehlen oder in der Praxis nicht ausreichend formuliert oder nicht wirksam sind. Darauf wird die CSA auch künftig aufbauen.

Zertifizierte Versender verpflichten sich zur Einhaltung klarer Kriterien und leisten damit einen aktiven Beitrag zum Schutz des gesamten E-Mail-Ökosystems. Im Gegenzug werden sie noch mehr Transparenz, Vertrauen und Vorteile in der Zustellbarkeit erfahren.

Gleichzeitig gewinnt das Thema Vertrauen massiv an Bedeutung. Kennen Mailboxprovider die Versanddomain? Hat sie sich über Zeit bewährt? Eine vertraute IP und eine vertrauenswürdige Domain sind heute Grundlage für eine erfolgreiche Entscheidung der Zustellung seitens der Mailboxprovider. Die zunehmende Hyperpersonalisierung durch Künstliche Intelligenz verstärkt diese Entwicklung zusätzlich, denn auch wenn die Filtermechanismen der Mailboxprovider sich anpassen, werden missbräuchliche E-Mails immer schwerer zu erkennen sein. Es handelt sich um das klassische Katz- und Mausspiel.

Kennzahlen wie Open- oder Klickraten müssen immer kritischer betrachtet werden, da sie technisch manipulierbar sind und als alleinige Steuerungsgröße bekanntermaßen an Aussagekraft verlieren. Für 2026 sehe ich daher zwei zentrale Fragen, die für Versender entscheidend sein werden:

  1. Ist die E-Mail tatsächlich in der Inbox gelandet?
  2. Hat die E-Mail messbar zum Umsatz beigetragen und einen positiven ROI erzielt?

Brands werden Probleme bei der E-Mail-Zustellbarkeit künftig nicht mehr alleine auf ihren ESP abwälzen können. Mailboxprovider erwarten, dass sie selbst Verantwortung für ihre Versanddomain übernehmen – technisch, organisatorisch und strategisch. Wir werden unser Verständnis eines gesunden E-Mail-Ökosystems künftig klar getrennt für E-Mail-Versandplattformen und Brands formulieren und unser Angebot in Richtung der Brands erweitern.

Für 2026 haben wir in beiden Verantwortungsbereichen folgende zentrale Kriterienkategorien definiert:

  1. Vertrauen und Transparenz
  2. Abuse-Prävention
  3. Authentifizierung
  4. Listen-Hygiene
  5. Reputation und Performanceindikatoren

CSA-zertifizierte Versender werden damit sehr gut aufgestellt sein, um die Anforderungen der Mailboxprovider zu erfüllen und weiterhin einen stabilen ROI aus kommerziellem Emailing zu erzielen. Wir werden zusätzliche Daten bereitstellen und Brands noch direkter in die Pflicht nehmen, wenn sie ihre Zustellbarkeit optimieren möchten.

Mein Fazit:

Nicht nur der Kurs, sondern auch die Segel sind gesetzt. Mit dem Rückhalt zweier starker Verbände, einem großen Netzwerk, einer neutralen Marktposition und einem engagierten Team wird die CSA in 2026 aktiv an einem verbessertem E-Mail Ökosystem arbeiten.

Ich bin überzeugt, dass Selbstregulierung ein hochwirksames Instrument bleibt, um Sicherheit, Standards und Verbraucherschutz im kommerziellen Emailing nachhaltig zu stärken.

Stay tuned 😊

 


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